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Die erste Benennung des Ortsnamens Ehlscheid, die in einer undatierten Zinsrolle der Herren von Rheineck und von Hammerstein erfolgte, ist nach Dr. Hellmuth Gensicke, Verfasser der Landesgeschichte des Westerwaldes, aus inneren Gründen um 1311 anzusetzen.
„Wigandus von YELSCHEYT und seine Erben gaben 18 Pfennige von erben" = (Erbgütern und Wiesen zwischen Ober- und Niederbieber), desgleichen ein Huhn und eine Gans (lt. Staatsarchiv Koblenz, Urkunden von Rheineck, Druck von Hammerstein, Urkundenbuch und Register S. 97 Nr. 198 mit Datierung um 1300).
Die Urkunde mit der ersten Erwähnung von Ehlscheid wird durch Gensicke zwar -durch von Hammerstein- um 1300 angesetzt, doch gehören diese Rechte der Burggrafen von Hammerstein und von Rheineck sicher zum Heiratsgut von Isolde von Braunsberg, 1311 vermehlt mit Burggraf Ludwig von Hammerstein
(Urkunde Hammerstein Nr. 243) und von Isengarde von Braunsburg, vermählt mit Johann Burggraf von Rheineck 1311 (Staatsarchiv Koblenz Abt. 35).
Im Verlauf der Zeit kommen für den Ort Ehlscheid u.a. folgende Schreibweisen vor: YELSCHEYT 1311, ELSCHEYT 1428; ELLSCHEIDT 1570-, ELSCHEID 1582; ELSCHEIDT 1593-, ELSCHEIT und ELSCHEITT um 1600-, EILSCHEIT und ELSCHET 1607-, ELDSCHEIDT 1679-, EHLSCHEID 1900. Mundartlich sagen die Ehlscheider: AELSCHEND.
Wigandus von Ehlscheid bebaute um das Jahr 1311 seine Felder und pflegte seine Wiesen so, wie es auch seine Mitbürger mit gleichem Fleiße taten.
Im Jahre 1428 entscheidet Erzbischof Diederich von Cöln zwischen den Brüdern Johann und Heinrich von Rheineck ihre väterliche Erbschaft und derselben Teilung betreffend. In der Urkunde hierüber, die in Günther Cod. dipiomaticus Rheno-Mosellanus, Coblenz 1822 - 1826, erscheint, heißt es u.a.: „Item sall derselbige Heinrich han ind behalden die Hoeve zu Elscheyt ind tu Heddesdorff (sa) wie die ind andere Gude in der Graffschaffl van Wede gelegen sint".
Bei dem Ehlscheider Hof handelt es sich um das sogenannte „Rheinecker Haber Höfchen". Außer dem Rheinecker Hof befand sich in Ehlscheid auch ein gräflich-wiedischer Herrenhof.
Dieser Hof, der 1617 durch Graf Johann Wilhelm zu Wied und 1670 durch Johanna Walpurgis Gräfin und Fräulein zu Wiedt verlehnt wurde, gelangte am 29.12.1679 durch Tausch in den Besitz von Christ Rüscheidt aus Bonefeld.
Aus dem Inhaltsverzeichnis einer Akte über abgehörte Kirchenrechnungen aus dem FürstlichWiedischen Archiv ist bekannt, dass im Jahre 1570 elf Personen aus Ehlscheid mit den Rechnungen zu tun hatten. Hierbei sind Genannte u.a.: Henrichs Theis, Hoffmanns Johann, Rorich Scheffens Sohn Jacob, Born Wilhelm, Johann Born (Wilhelmssohn) und Henrich Rorich.
Am 4.7.1593 waren die Sendscheffen bei einer Visitation der Kirche zu Rengsdorf aus Melßbach, Datzerodt, Elscheidt, Bonenfeld, Harterodt und Rengstorf. Aus Elscheidt war damals Adam Born Sendscheffe.
Im Verzeichnis von Hofgütern aus dem Fürstlich-Wiedischen Archiv nennen drei Ehlscheider und ein Rengsdorfer Einwohner ihre
Hofgüter in Eischeit (Ehlscheitt). Das Verzeichnis wurde um 1600 angelegt.
Gemäß der Kopie einer Karte der Untergrafschaft Wied aus dem Jahre 1500 befanden sich damals einige Häuser in Ehlscheid.
1582 (9.9.) wurde ein Geburtsbrief für Theisen Peter, der nach Moselweiß abwanderte, ausgestellt.
1607 (5.8.) gehörte „Eilscheidt" zum Burgfrieden-Wied.
1613 (Mai) wurde erwähnt-. Herbert als Bürgermeister zu Elscheid und Adams Rüdigh als Geschworener.
1707 (22.8.) waren in „Eilscheidt" 8 Pferdehalter.
1727 bat Johann Wilhelm Rockenfeller aus Elscheid in einem Gesuch den Subsequester um Belehnung mit einer Mühle im Lande. Rockenfeller erklärte dabei, daß er das Müllerhandwerk gelernt habe.
1749 war Johann Speicher zu Ehlscheid Bürgermeister.
1793 (9.10.) beschloß der Kaiserliche Subdelegations-Secretarius von Schenck nomine Wied-Neuvvied einen Waldvergleich, wonach von der strittigen Waldung die Landesherrschaft ein Drittel und die Gemeinde Ehlscheid zwei Drittel erhielt. Dabei wurde der Waldvergleich von 1791 in allen seinen Punkten aufgehoben und für unverbindlich erklärt.
1797 hausten französische Soldaten im Raum EhlscheidRengsdorf-Melsbach.
(Quelle:Auszug aus der Dorfchronik, erarbeitet von W.J. Peiffer)