| Der Frühling
Es hat mir geträumt, dass es Frühling war, die Luft war still und klar. Ich hatte ein blaues Kleidchen an und ein Kränzchen aus Blumen im Haar. Die Kastanien blühten wie Kerzen im Dom und leuchteten weit hinaus.
Ich sprang und hüpfte im Sonnenschein und plötzlich sah ich das Haus. Da war ja das Schloss aus dem Märchenbuch, das war es auf jeden Fall.
Die Sonne schien in die Fenster hinein. Die leuchteten wie Kristall.
Es hatte einen kleinen Balkon mit weißem Geländer daran. Und wie ich so staunend das Haus ansah, da sprang mich ein Hündchen an. Und dann sah ich den Mann mit dem schlohweißen Haar und dem Stock mit silbernem Knauf. Der rief das Hündchen zu sich heran, und ich atmete wieder auf.
Dann sprach er das Hündchen warnend an in einem ruhigen Ton,
und ging mit ihm mit langsamem Schritt
unter den Bäumen davon.
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Der Sommer
Dann führte mein Weg mich fort, und ich fand in der Fremde mein Glück. Doch dachte ich oft an das Märchenschloss, es war Sommer, da kam ich zurück.
Ich sah in dem Garten die Rosen blühn, vor dem schönen großen Haus. Bunt gekleidet wie der Sommer gingen die Menschen ein und aus.
Junge Mädchen trugen Körbe mit Kuchen und Brötchen hinein. Hier ließ es sich fröhlich leben, hier konnte man glücklich sein. Unter schattigen Bäumen im Garten saßen Gäste in froher Rund. Die Kinder spielten und lachten, so recht von Herzensgrund.
Und am Abend klang leiser Gesang und Musik zu den Fenstern hinaus. Was könnte es noch schöneres geben, hier fühlte man sich zu Haus.
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| Der Herbst
Der Weg meines Lebens war mühsam und schwer, und er führte mich hinauf und hinab. Doch im Herbst, dann in der stillen Zeit, nahm ich manchmal den Wanderstab.
Und dann ging ich die Wege der Kindheit zurück, und ich ging zu dem großen Haus. Doch die Tür war verschlossen, die Fenster zu, auf den Stufen ruhte ich mich aus.
Wo sind sie geblieben, die Menschen so froh?
War das alles nur ein Traum? Der Wind trieb das Laub der Kastanien
bis hinunter zum Waldessaum. Wo sind sie geblieben die Menschen all,
die hier gingen ein und aus.
Eine stille Wehmut kam in mein Herz.
Viele warn schon für immer zu Haus.
Und das Haus stand im goldnen Abendschein, so einsam, so still und so groß. Und es war mir, als legte das alte Haus die Hände nun auch in den Schoß.
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Der Winter
Ich habe geträumt, es war Winterzeit. Eine Tanne wuchs im Schnee. Vergangen war eine lange Zeit, mit viel Freud, viel Glück und auch Weh.
Ein paar Krähen im hohen Kastanienbaum, die krächzten ihr altes Lied. Der Himmel war grau und der Abend naht, meine Schritte warn langsam und müd.
Ich sah nur den Himmel, die Erde, den Schnee. Der Wald rauschte dunkel und schwer. Ich habe das Schloss meiner Kindheit gesucht, doch gefunden hab ich's nicht mehr.
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