Ortsbürgermeister:
Norbert Lück
Sprechzeiten:
Mittwoch: 17:00h bis 18:30h
Freitag: 17:00h bis 18:00h
Anschrift:
Gemeindeverwaltung Ehlscheid
56581 Ehlscheid
Telefon / Fax:
02634-2207 / 02634-8489
EMail:
tourist@ehlscheid.de
Aus chronistischen Aufzeichnungen von Lehrer Kroll ist überliefert, dass in Ehlscheid regelmäßig von der Einwohnerschaft (Erwachsene und Schulkinder) patriotische und auch kirchliche Feiern veranstaltet wurden.
Nach dem Frankreich-Feldzug 1870/71 fanden alljährlich am 02. September in der Volksschule, unter Mitwirkung der Ortsvereine (Kriegerverein, Gesangverein), Sedan-Feiern statt. Oftmals nahmen auch Ehlscheider Einwohner an dem aus diesem Anlaß in der Kirche zu Rengsdorf anberaumten Gottesdienst teil.
Die Sedan-Feier fand ihren Abschluss am jeweiligen Abend nach dem Abbrennen eines Holzstoßes (Freudenfeuer nannte man diese Handlung) und nach einem Fackelzug durch den Ort.
Ferner berichtete Lehrer Kroll über folgende Veranstaltungen: 01.01.1883 Lutherfeier der Schulkinder und der Bürgerschaft aus Anlass des 400-jährigen Geburtstages von Martin Luther.
1895 fand die Sedanfeier unter besonders reger Teilnahme der Veteranen, des Männergesangvereins sowie der Volksschüler, Jugendlichen und der Bürgerschaft, zur 25-jährigen Wiederkehr des Tages der Sedanschlacht, an der Kaisereiche statt.
01.01.1886 Gemeinsame Feier der Volksschule und der Bürgerschaft anlässlich des 25jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät König Wilhelm I.
01.01.1887 Kaiserfeier der Einwohnerschaft aus Anlass des 90. Geburtstages Seiner Majestät. Die Schulkinder bekamen an diesem Tage traditionell den sogenannten Kaiserweck. Mit Fahnen und Trommeln zogen an diesem Tage die Ehlscheider zum Gottesdienst nach Rengsdorf.
Ab 1888 fand alljährlich eine Gedächtnisfeier für S.M. Kaiser und König Wilhelm I. mit einem Trauergottesdienst in der Kirche zu Rengsdorf statt.
Ab 1889 wurde fortan am 27. Januar der Geburtstag S.M. des Kaisers und Königs Wilhelm 11. gefeiert.
1897 wurde drei Tage lang (vom 21. bis 23. März) auch in Ehlscheid, unter der Teilnahme vieler Bürger, aller Volksschüler und der Ortsvereine, der 100. Geburtstag des Kaisers und Königs Wilhelm des Großen gefeiert. Die Feier endete nach dem Fackelzug und dem Abbrennen eines großen Holzstoßes auf der Höhe zwischen Ehlscheid und Kurt-scheid.
Die Jahrhundertwende wurde in Ehlscheid unter großer Beteiligung der Bürgerschaft, der Ortsvereine und der Schule gefeiert. In der Festrede hielten der Bürgermeister und der Lehrer einen Rückblick auf geschichtliche und patriotische Ereignisse.
Am 18.01.1901 erinnerte man in der Volksschule (in Anwesenheit aller Schulkinder und Ortsvereine sowie des Gemeindevorstandes und weiterer Ehlscheider Bürger) feierlich an das 200-jährige Bestehen des Königreiches Preußen.
13.10.1913 An die Schlacht bei Leipzig wurde an diesem Tage im üblichen Rahmen gedacht.
Bei allen vorgenannten Gemeinschaftsfeiern wurden patriotische Reden gehalten, patriotische Lieder gesungen und ein „Hoch" auf Kaiser und König ausgerufen. Meistens war es der Lehrer, der diese Veranstaltungen ausrichtete.
Bis zum I. Weltkrieg wurden die nationalen, patriotischen, aber auch kirchlichen Gemeinschaftsfeiern regelmäßig veranstaltet. In der Regel mit demselben Programmablauf (Ansprachen, Absingen bestimmter Lieder, Kirchgang, Freudenfeuer auf der Gommerscheider Höhe mit anschließendem Fackelzug, unter Mitwirkung von Schule, Kriegerverein, Gesangverein und sonstiger Bürger).
Am 15.05.1915 erinnerte man auch feierlich an die Einverleibung der „Deutschen Rheinlande" in den preußischen Staatsverband vor 100 Jahren. Gefeiert wurde in der Schule im Jahre 1915 der Sieg der Hindenburg-Armee an den masurischen Seen und somit die Befreiung Ostpreußens, sowie die Siege der Armeen des Generalfeldmarschalls von Mackensen in den Westkarpaten.
In den letzten Kriegsjahren und nach dem Kriege bestand wenig Sinn und Anlass für Gemeinschaftsfeiern. So beschränkte sich der Lehrer auf gemeinsame Veranstaltungen der Schulkinder mit deren Eltern.
1913 berichtete der Lehrer von einem Tagesschiffsausflug der Schulkinder zusammen mit 50 erwachsenen Ortseinwohnern zum Niederwalddenkmal.
Am 24.07.1914 unternahmen die Volksschüler und zahlreiche Eltern eine Dampferfahrt nach Köln.
1929 Anlass zum Jubeln und zu einer örtlichen Gemeinschaftsfeier fanden die Ehlscheider Bürger erst 1929 wieder. Am Abend des 30. November 1929 wurde mal wieder auf der von den Volksschülern und von dem Gesangverein Lieder vorgetragen, in Ansprachen der gefallenen Söhne des Dorfes gedacht und an die Kriegs- und Besatzungsjahre erinnert.
Diesmal verlief die Veranstaltung in einer ruhigeren und schlichteren Weise als die Feiern vor dem Kriege; sie galt der Befreiung des Rheinlandes von fremder Besatzung.
Dagegen löste die Wiederbesetzung der entmilitarisierten Rheinlandzone durch deutsche Soldaten im Jahre 1936 auch bei den Einwohnern von Ehlscheid großen Jubel aus.
(Quelle: Schau ins Land, Ausg. August 2009)