Ortsbürgermeister:
Norbert Lück
Sprechzeiten:
Mittwoch: 17:00h bis 18:30h
Freitag: 17:00h bis 18:00h
Anschrift:
Gemeindeverwaltung Ehlscheid
56581 Ehlscheid
Telefon / Fax:
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Am 09. Mai 1874 wurde auch in Ehlscheid eine „Kaisereiche" gepflanzt, zur dauernden Erinnerung an den denkwürdigen Sieg über Frankreich. Ferner wurde der Standort der Eiche (Pflanzstelle) im Distrikt Arn Kurtscheider Fußptad" in Flur 2 mit der Distrikts-Bezeichnung „Bei der Kaisereiche" umbenannt. Es wurde auch im Jahr 1874 bei der Kaisereiche ein Brunnen angelegt.
Der Ziehbrunnen, der sich zwischen der Schule und dem Anwesen Krug befand, wurde zugeschüttet. Das Brunnenhäuschen wurde am Wasserbehälter „In der Heeg" aufgestellt.
1891 hatte der Gemeinderat eine Mannschaft für die Bedienung der Feuerwehrspritze aufzustellen. Erhielt doch die Gemeinde das erste Feuerlöschgerät.
1895 wurden vom Vorsteher Georg Wilhelm Krug und Lehrer Kroll auf dem Platz neben der Schule vier Linden gepflanzt.
1902 wurde mit finanzieller Beteiligung aller Gemeinden der Bürgermeisterei Rengsdorf, auch der Gemeinde Ehlscheid, der Bismarckturm in Rengsdorf errichtet. 1905 wurde Ehlscheid an das Telefonnetz angeschlossen. Es war ein Ereignis für alle Dorfbewohner.
1908 wurde zu Ehren der Teilnehmer an den Kriegen 1864 (Deutsch-Dänischer Krieg), 1866 (Preußischer Krieg gegen Österreich) und 1870/71 (Frankreich-Feldzug) bei der Kaisereiche ein Gedenkstein aufgestellt und am 02. August 1908 feierlich enthüllt. Dabei waren anwesend fast alle Dorfbewohner, die Schulkinder und Ortsvereine, die Bürgermeister Wink und Heymann. Bürgermeister Heymann, seit 1899 Bürgermeister in Engers, hielt die Festrede.
1911 wurde erstmals eine Straße in Ehlscheid gepflastert. Es war die Schulstraße.
1915 wurde in Ehlscheid erstmals eine Kurtaxe erhoben.
Am 03. Juni 1915 übernahm die Gemeinde Ehlscheid die Unkosten, die mit der Beschäftigung von 10 Kriegsgefangenen des Gefangenenlagers Bonefeld, bei landwirtschaftlichen Arbeiten in Ehlscheid anfielen.
1916 waren 32 russische Kriegsgefangene im Saale Krug in Ehlscheid untergebracht und zur Arbeitsleistung in bäuerlichen Betrieben eingesetzt.
Desweiteren wurden im Jahre 1916 die Ehlscheider Kriegsteilnehmer von der Zahlung von Gemeindeumlagen zur Staatseinkommenssteuer durch Ratsbeschluss befreit.
37 Schulkinder aus Essen verbrachten im Jahre 1916 einen fünfmonatigen Land- und Erholungsaufenthalt (Urlaub) in Ehlscheider Familien. Wie die einheimischen Kinder gingen die Stadtkinder in die Ehlscheider Schule; auch halfen sie, soweit möglich, bei landwirtschaftlichen Arbeiten.
Die Kriegs- und Nachkriegsjahre (Inflationszeit) waren für viele Menschen schwere Notzeiten. Den aus Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Ehlscheider Söhne wurde eine Begrüßungsgabe von 25,00 Mark überreicht, damit sie ein Wiedersehen mit Verwandten und Freunden feiern konnten.
Im Jahre 1920 wurden endlich auch in Ehlscheid die elektrischen Stromleitungen installiert. Am 20. Juni 1920 konnte in den Ehlscheider Häusern das elektrische Licht eingeschaltet werden. Damit hatten die Petroleumlampen ausgedient. Diese Umstellung von Petroleum auf Strom war für den Kurort ein eindeutiger Fortschritt, ebenso wie für die Einwohner.
Schon 1912 beschloss die Kirchspielsvertretung, dass Ehlscheid an das elektrische Stromnetz angeschlossen werden sollte. Doch der Kriegsausbruch und der dadurch entstandene Mangel an Material, insbesondere an Kupferdraht und der Mangel an Fachkräften (viele Fachkräfte waren zum Kriegsdienst eingezogen) verhinderte die Ausführung des Planes.
1922 konnte der Turnverein Ehlscheid das oberhalb der Kaisereiche gelegene Gelände als Sport-und Spielplatz übernehmen.
Die allgemeine Bautätigkeit kam von 1919 bis 1924 zur Bedeutungslosigkeit wegen der inflationären Entwicklung der Markwährung.
1923 wurde angeordnet, dass auf dem Dienststellenschild „Vorsteher der Gemeinde" den preußischen Adler mit Öl- bzw. Lackfarbe zu überstreichen, d.h. den Adler unsichtbar zu machen.
Ende 1923 waren in der Ehlscheider Armenliste zwei Familien eingetragen, es erhielten drei Personen Arbeitslosenunterstützung, fünf Personen erhielten nur 50 der Erwerbslosenunterstützung, weil sie andere Möglichkeiten hatten, ihre Ernährung zu sichern.
Sieben arbeitslose Personen erhielten keine Unterstützung. Insgesamt waren Ende 1923 nur fünfzehn Ehlscheider Bürger arbeitslos.
Am 26. Oktober 1924 wurde dem Kulturamt Mayen die Umlegung bzw. Zusammenlegung der landwirtschaftlichen Grundstücke in der Gemarkung Ehlscheid übertragen. Dieses Verfahren konnte erst 1930 (bis auf den Ausbau der Feldwege) abgeschlossen werden. Durch den Wegeausbau erhielten besonders Ehlscheider Landwirte eine zusätzliche und ausgleichende Beschäftigung.
1923/24 wurden auch in Ehlscheid, als Folge des massiven Widerstandes gegen die Rhein-RuhrBesetzung durch die Franzosen, Notstandsarbeiten ausgeführt.
Im November 1923 begann sich die Mark wieder zu stabilisieren; denn die Inflation fand ihr Ende durch die Einführung der Goldmark. Die Goldmark hatte zuletzt einen Gegenwert von 1 Billion und 400 Milliarden Papiermark.
Im Jahre 1928 wurde am Ehlscheider Stock eine Schutzhütte aufgestellt. Ferner wurde 1928 das Dienstzimmer des Vorstehers an das Fernsprechnetz angeschlossen.
Am 15. Mai 1929 wurde endlich und nach langjährigem Bemühen, der Erholungsort Ehlscheid an das Post-Autobusnetz angebunden. Dadurch wurde das diesbezügliche Ehlscheider Anliegen im Hinblick auf die baulich schlechte Beschaffenheit der Wegstrecke Ehlscheid-Kurtscheid zurückgestellt. Die Postbuslinie verlief nun von Neuwied über Rengsdorf-Ehlscheid-Kurtscheid nach Steimel.
1933/34 wurden am Ehlscheider Strandbad auch Umkleideräume erstellt.
1935 wurde Ausbesserungsarbeiten am Schwimmbad Ehlscheid ausgeführt. In demselben Jahr wurde der Erholungsort Ehlscheid auch Mitglied im Verkehrs- und Verschönerungsverein für Rengsdorf und den unteren Westerwald.
(Auszug aus der Dorfchronik, erarbeitet von W.J. Peiffer)